Folgende Beispiele sind eine Auswahl an möglichen Maschen, die deine Psychologie austricksen wollen:
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Romance-Scams und „Pig Butchering“: Diese Betrugsarten beginnen mit emotionalem Vertrauen. Ein Betrüger baut über Wochen eine Online-Beziehung auf – oft über Dating-Plattformen oder soziale Netzwerke. Sobald eine emotionale Bindung besteht, folgt der Vorschlag, gemeinsam in eine lukrative Anlage zu investieren. Die Opfer glauben an Liebe – in Wahrheit finanzieren sie den Betrug. Erkennungszeichen: Zu schnelle Nähe, übertriebene Komplimente, Themenwechsel zu Investments.
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Promi- und Giveaway-Scams: In sozialen Medien kursieren Videos oder Posts bekannter Persönlichkeiten, die angeblich Bitcoin „verschenken“. Der Trick: Du sollst zuerst eine kleine Summe überweisen, um „doppelt so viel zurückzubekommen“. Solche Aktionen sind immer Betrug. Kein Prominenter verschenkt Geld in dieser Form.
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KI-Deepfake und Fake-Support: Moderne Betrüger nutzen Künstliche Intelligenz, um täuschend echte Stimmen und Videos zu erzeugen. Du bekommst einen Anruf, bei dem angeblich dein Chef, ein Finanzberater oder der Kundensupport spricht – in Wahrheit steckt dahinter ein Deepfake.
Wichtiger Tipp: Wenn jemand dich telefonisch zu finanziellen Entscheidungen drängt, lege auf und rufe selbst über eine verifizierte Nummer zurück. -
Phishing und Social Engineering: Gefälschte E-Mails oder Websites kopieren das Design bekannter Plattformen. Sie fordern dich auf, dich „neu einzuloggen“, „dein Konto zu verifizieren“ oder „eine Sicherheitsprüfung“ durchzuführen. Du loggst dich auf der gefälschten Seite mit deinen richtigen Zugangsdaten ein und gibst damit deine Zugangsdaten oder Private Keys direkt in die Hände der Betrüger.
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Markt-FOMO – Fear of Missing Out: FOMO ist kein direkter Betrug, aber eine der häufigsten psychologischen Fallen im Kryptomarkt. Sie entsteht, wenn du siehst, dass Kurse stark steigen und alle scheinbar Gewinne machen – und du glaubst, „sofort aufspringen“ zu müssen, um nicht zurückzubleiben. Diese Emotion führt oft zu Käufen bei Höchstkursen und Verkäufen bei Panik – also genau falsch herum. Viele Betrüger nutzen Social-Media-Hypes gezielt aus, um FOMO zu erzeugen und Anleger in überhastete Käufe zu treiben.
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Pump-and-Dump & Rugpull: Diese Betrugsarten basieren auf massenpsychologischen Effekten und gezielten Hype-Kampagnen. In sozialen Netzwerken, Telegram-Gruppen oder Foren wird plötzlich ein neuer Token angepriesen – angeblich die „nächste große Chance“ oder ein Coin, der „bald zum Mond geht“.
Viele Menschen kaufen aus Angst, etwas zu verpassen (FOMO). Der Kurs steigt scheinbar rasant – doch das ist eine Inszenierung. Hinter den Kulissen besitzen die Initiatoren bereits große Mengen dieses Tokens. Sobald genug neue Investoren eingestiegen sind, verkaufen sie ihre Bestände in einem Schlag. Der Kurs fällt in sich zusammen – und zurück bleiben wertlose Token.Beim sogenannten Rugpull ziehen die Entwickler sogar die komplette Liquidität aus einem Projekt ab (z. B. bei DeFi-Tokens). Das Projekt verschwindet, die Website wird gelöscht, und das investierte Geld ist verloren.
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Ponzi- und Schneeballsysteme: Diese Betrugsmodelle ähneln klassischen Investmentfallen, existieren aber längst auch in der Kryptoszene.
Ein Ponzi-System verspricht konstant hohe Renditen – egal, wie sich der Markt bewegt. Diese „Renditen“ stammen jedoch nicht aus echten Gewinnen, sondern nur aus dem Geld neuer Anleger. Sobald keine neuen Investoren mehr nachkommen, bricht das ganze System zusammen.Beim Schneeballsystem wird zusätzlich Druck aufgebaut, neue Teilnehmer zu werben. Wer weitere Einzahler anlockt, soll angeblich Provisionen oder Bonuszahlungen erhalten. Am Ende profitieren nur die Ersten in der Kette – alle anderen verlieren.
Auf der Seite der Schweizerischen Kriminalprävention SKPPSC finden sich weitere Informationen, welche Phasen ein Online-Betrug im Bezug auf Kryptowährungen meist abläuft.