Warum Bitcoin problemlos viel Strom braucht

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Bitcoin-Mining verbraucht viel Strom. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Miner diesen Strom oft genau dann nutzen, wenn er niemandem fehlt – zum Beispiel bei Stromüberschuss aus Wind oder Sonne oder in Regionen, wo neue Kraftwerke noch keine anderen Abnehmer haben. In solchen Fällen kann Mining helfen, Strom sinnvoll zu nutzen: als flexibler Abnehmer der ersten oder letzten Instanz.

Warum Strom manchmal „übrig“ ist

Strom lässt sich kaum speichern. Erzeugung und Verbrauch müssen jederzeit im Gleichgewicht sein. Doch bei viel Sonne oder Wind und gleichzeitig geringer Nachfrage entsteht ein Überschuss. Dann werden Anlagen abgeregelt oder Strom zu negativen Preisen verkauft. 2023 gab es in Deutschland an über 300 Stunden solche negativen Preise. Überschüssiger Strom wird dann oft verschwendet oder ins Ausland gedrückt – obwohl er sauber produziert wurde.

Bitcoin-Mining als Abnehmer letzter Instanz

In diesen Momenten können Bitcoin-Miner einspringen. Sie nehmen Strom ab, den sonst niemand nutzen kann. Da Mining nur bei niedrigen Preisen rentabel ist, arbeiten Miner fast ausschließlich mit Überschussstrom. Ein Beispiel ist ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg: Dort nutzt ein Bitcoin-Miner nur dann Strom, wenn zu viel Solar- oder Windenergie im Netz ist. Bei Bedarf kann die Anlage in Sekunden abgeschaltet werden. So hilft Mining, Stromspitzen abzufangen und erneuerbare Energie besser zu nutzen – ohne anderen Nutzern etwas wegzunehmen.

Bitcoin-Mining als Abnehmer erster Instanz

Mining kann auch dort sinnvoll sein, wo neue Stromanlagen entstehen, aber noch keine Abnehmer vorhanden sind. In Teilen Afrikas etwa nutzt das Unternehmen Gridless überschüssige Energie aus kleinen Wasserkraftwerken für Bitcoin-Mining. In einem Dorf in Kenia brauchte die Bevölkerung nur ein Viertel der erzeugten Energie. Die restliche Leistung ging früher verloren. Heute nutzt Gridless diesen Strom für Mining – solange, bis mehr Haushalte oder Betriebe angeschlossen sind. Das senkt die Strompreise vor Ort deutlich und macht die Versorgung stabiler. Sobald mehr Menschen Strom brauchen, drosseln die Miner automatisch ihre Leistung.

Warum Mining selten in Konkurrenz tritt

Bitcoin-Mining unterscheidet sich in drei Punkten von typischen Stromverbrauchern:

Es ist abschaltbar: Miner können in Sekunden reagieren und pausieren, wenn das Netz belastet ist.

Es ist mobil: Die Anlagen lassen sich dorthin bringen, wo gerade Strom im Überfluss vorhanden ist.

Es ist preissensibel: Wenn der Strompreis steigt, wird Mining unrentabel – und Miner schalten ab.

Darum tritt Mining meist nicht in Konkurrenz zu Haushalten oder Unternehmen. Stattdessen nutzt es Strom, der sonst ungenutzt bliebe.

Wann es doch zu Problemen kommen kann

In seltenen Fällen kann Mining anderen Verbrauchern Strom wegnehmen. Das kann vorkommen, wenn Preissignale verzerrt sind, zum Beispiel durch staatlich gedeckelte Strompreise. Ein Beispiel ist Kasachstan: Dort zog billiger Strom viele Miner an, das Netz wurde überlastet. Die Regierung musste eingreifen. Solche Situationen bleiben jedoch die Ausnahme. In funktionierenden Märkten steigen die Preise bei Knappheit, sodass das Mining von selbst unattraktiv wird.

Deshalb ist auch der Vergleich „Bitcoin verbraucht so viel Strom wie Land XY“ wenig hilfreich. Er ignoriert, wann, wo und warum Strom verbraucht wird. Das Bitcoin-Mining wird oft genau dann eingesetzt, wenn Strom vorhanden ist, für den es sonst keine Abnehmer gibt.

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