BitUcation Tool

BIP-110 Signaling-Rechner

BIP-110 ist ein Soft Fork. Seit Block 961.632 akzeptieren BIP-110-Knoten nur noch Blöcke, die für den Vorschlag signalisieren. Wie schnell diese Kette Blöcke findet, hängt allein davon ab, wie viel Rechenleistung mitmacht. Stell den Anteil ein und sieh selbst.

Kurz vorweg: Ein Soft Fork verschärft die Regeln. Alte Knoten akzeptieren die neuen Blöcke weiter. Kritisch ist bei BIP-110 nicht die Regeländerung selbst, sondern das sogenannte Mandatory Signaling: Seit dem 8. August 2026 verwerfen BIP-110-Knoten alle Blöcke ohne Signal. Damit folgen sie einer eigenen, potenziell sehr langsamen Kette. Genau das rechnet dieses Tool durch.

Anteil der signalisierenden Rechenleistung

Hashrate, die für BIP-110 signalisiert 2,6 %
0,1 %1 %10 %100 %

Die Signalisierungsrate für BIP-110 schwankt täglich. Der Startwert oben ist die Rate der Periode 476, gemessen bei Block 961.632 am 8. August 2026 (51 von 2.016 Blöcken). Den aktuellen Stand findest du auf einem öffentlichen Signaling-Monitor.

Folgen für die BIP-110-Kette

Durchschnittliche Blockzeit

Zielwert sind 10 Minuten

Blöcke pro Tag

normal sind rund 144

6 Bestätigungen dauern

normal rund 1 Stunde

Erste Difficulty-Anpassung

2.016 Blöcke, gezählt in Blöcken statt in Tagen

Wie lange bis zur Normalisierung

Pro Anpassung darf die Schwierigkeit höchstens um den Faktor 4 sinken. Bis wieder alle 10 Minuten ein Block kommt, vergehen insgesamt rund , konstante Rechenleistung vorausgesetzt.

PeriodeBlockzeitDauerSeit Split

Vereinfachtes Modell: konstante Hashrate, keine abwandernden Miner, kein Gebührenmarkt.

Wichtig für dich als Bitcoin-Besitzer: Deine Bitcoin sind durch BIP-110 nicht in Gefahr. Weder die Obergrenze von 21 Millionen noch bestehende Guthaben werden angetastet. Ausgaben, die vor einer Aktivierung bestätigt wurden, bleiben nach den alten Regeln ausgabefähig.

Falls es zu einer Kettenspaltung kommt, existieren deine Bitcoin auf beiden Ketten. Ohne sauberen Replay-Schutz kann eine Transaktion auf der einen Kette ungewollt auch auf der anderen gültig sein. Anleitungen zum „Aufspalten" von Coins aus dem Internet nachzubauen ist riskant und kann echte Verluste bedeuten.

Die ruhige Strategie: Coins im Zeitfenster nicht bewegen, private Schlüssel niemals in unbekannte Software eingeben und abwarten, bis sich die Lage geklärt hat.

Häufige Fragen

Was genau will BIP-110 ändern?

BIP-110 heißt formal „Reduced Data Temporary Softfork". Der Vorschlag begrenzt für rund ein Jahr, wie viele beliebige Daten eine Transaktion transportieren darf. Die meisten neuen Ausgänge werden auf 34 Byte gedeckelt, OP_RETURN zurück auf 83 Byte, einzelne Daten-Pushes auf 256 Byte. Danach laufen die Regeln von selbst wieder aus. Ziel ist es, Blockplatz stärker auf Zahlungen zu lenken statt auf Bilder und Token.

Warum ist der Vorschlag so umstritten?

Nicht wegen des Inhalts allein, sondern wegen des Aktivierungswegs. Übliche Soft Forks streben eine Zustimmung von 95 Prozent der Miner an. BIP-110 kommt mit 55 Prozent aus und greift zusätzlich auf erzwungenes Signalisieren zurück, wenn diese Schwelle nicht freiwillig erreicht wird. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall und ein Risiko für die Berechenbarkeit von Bitcoin. Befürworter sehen einen legitimen Schutz vor dauerhaft wachsender Datenlast bei den Knotenbetreibern.

Warum wären Blöcke auf der BIP-110-Kette so langsam?

Die Mining-Schwierigkeit ist auf die gesamte Rechenleistung des Netzwerks geeicht. Akzeptiert eine Kette nur noch Blöcke von signalisierenden Minern, rechnet nur noch ein Bruchteil der Maschinen daran. Die Aufgabe bleibt aber genauso schwer. Bei rund 2,6 Prozent dauert ein Block im Schnitt etwa 6 Stunden statt 10 Minuten, bei 0,5 Prozent sogar über 33 Stunden.

Warum hilft die Difficulty-Anpassung nicht sofort?

Alle 2.016 Blöcke passt Bitcoin die Schwierigkeit an. Der Haken: Gezählt wird in Blöcken, nicht in Tagen. Dauert ein Block 33 Stunden, vergehen bis zur ersten Anpassung über sieben Jahre. Und selbst dann darf die Schwierigkeit pro Runde höchstens um den Faktor 4 sinken. Die Erholung zieht sich also über mehrere Anpassungen.

Muss ich jetzt etwas tun?

Für die allermeisten Menschen lautet die Antwort: nein. Wer Bitcoin in eigener Verwahrung hält, muss nichts umstellen. Sinnvoll ist lediglich, größere oder eilige Überweisungen rund um das Zeitfenster im August zu verschieben und damit zu rechnen, dass Handelsplätze Ein- und Auszahlungen vorübergehend pausieren oder mehr Bestätigungen verlangen.

Neu bei Bitcoin? Bevor du dich mit Forks beschäftigst, lohnt sich das Fundament. Im Kurs „Meine ersten Bitcoin" lernst du Schritt für Schritt, wie Bitcoin funktioniert und wie du deine Coins sicher selbst verwahrst.

Dieses Tool dient ausschließlich der Bildung. Die Berechnungen sind vereinfachte Modellrechnungen und keine Prognose darüber, ob es zu einer Kettenspaltung kommt. Keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung. Signaling-Stand vom 8. August 2026, Difficulty-Periode 476 (2,53 %).

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Block
Moscow Time i
1 € in Sats
Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einer Anhörung des US-Kongresses teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time“.
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