movie2k: Deutschland soll weitere 57.000 Bitcoin bekommen

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Das Wichtigste in Kürze
  • Im Prozess um die illegale Streamingplattform movie2k schlägt ein Richter einen Deal vor: Geständnis gegen Bewährungsstrafe.
  • Sachsen dürfte dann die bereits kassierten 2,64 Milliarden Euro behalten – und soll zusätzlich 57.000 Bitcoin erhalten.
  • Das wäre insgesamt ein Bitcoin-Vermögen von rund 6 Milliarden Euro – in staatlichen Händen.
Ein Mann baut eine illegale Filmplattform, verdient damit Millionen, investiert alles in Bitcoin – und sitzt heute vor Gericht. Der Staat will das Geld behalten. Und jetzt könnte ein Deal dafür sorgen, dass Sachsen noch viel mehr bekommt, als bisher bekannt war.

Was ist movie2k – und wie kam Bitcoin ins Spiel?

movie2k.to war eine der größten illegalen Filmplattformen im deutschsprachigen Internet. Zwischen 2008 und 2013 konnten Millionen Nutzer dort kostenlos aktuelle Kinofilme und Serien streamen. Die Betreiber verdienten daran gut – durch Werbung und fragwürdige Abo-Fallen. Das Besondere: Der Hauptbetreiber, Josef F., investierte einen Großteil dieser Einnahmen frühzeitig in Bitcoin – zu Kursen, die heute kaum noch vorstellbar sind. Als die Behörden ihn Jahrzehnte später einholten, saß er auf einem der größten privaten Bitcoin-Vermögen, die je in einem deutschen Strafverfahren auftauchten. Anfang 2024 übertrug Josef F. knapp 50.000 Bitcoin freiwillig an die deutschen Behörden. Was dann passierte, haben wir bei BitUcation ausführlich dokumentiert: Sachsen verkaufte alle 50.000 Bitcoin – zum denkbar schlechten Zeitpunkt.

Der Verkauf: 2,6 Milliarden Euro – und ein teurer Fehler

Im Sommer 2024 veräußerte Sachsen die knapp 50.000 Bitcoin in mehreren Tranchen. Erlös: 2,64 Milliarden Euro. Klingt nach viel – war es auch. Aber der Bitcoin-Kurs stieg danach weiter stark an. Hätte Sachsen gewartet, wären dieselben Coins heute mehr als doppelt so viel wert. Das ist kein Vorwurf – die Behörden handelten nach geltendem Recht, das bei drohenden Wertverlusten eine sogenannte „Notveräußerung" vorschreibt. Aber es zeigt, was passiert, wenn staatliche Institutionen mit einem Vermögenswert umgehen, dessen Eigenschaften sie nicht wirklich verstehen. Und es gab noch ein zweites Problem: Die ursprünglichen Anklagen wegen Urheberrechtsverstößen waren bereits verjährt. Damit war offen, ob Sachsen das Geld überhaupt rechtmäßig behalten darf – oder ob es an Josef F. zurückgezahlt werden müsste.

Was der Richter jetzt vorschlägt

Seit Februar 2026 läuft der Prozess am Landgericht Leipzig. Die Generalstaatsanwaltschaft klagt Josef F. nun wegen Geldwäsche in 146 Fällen und Steuerhinterziehung an – Delikte, die nicht verjährt sind und eine Grundlage zur Einziehung des Vermögens bieten. Richter Karsten Nickel hat jetzt einen Deal skizziert:
Der vorgeschlagene Deal im Überblick

Josef F. legt ein Geständnis ab.
Im Gegenzug: Freiheitsstrafe zwischen einem und anderthalb Jahren – ausgesetzt zur Bewährung. Statt der möglichen 13 Jahre Gefängnis.

Sachsen behält die 2,64 Milliarden Euro aus dem Bitcoin-Verkauf von 2024 rechtssicher.

Josef F. überträgt zusätzlich rund 57.000 Bitcoin, die er laut Anklage noch kontrolliert. Aktueller Wert: geschätzt 3,3 bis 3,6 Milliarden Euro.

Gesamtwert für Sachsen: bis zu 6,2 Milliarden Euro.
Der Mitangeklagte Dustin O. soll bei einem Geständnis mit 8 bis 12 Monaten Bewährung davonkommen. Die Verteidigung hat den Vorschlag bisher nicht angenommen – und kritisierte ihn als „ökonomisch getrieben". Der nächste Verhandlungstag folgt diese Woche.
🔍 Woher weiß man von den 57.000 Bitcoin?

Die Blockchain-Analysefirma Arkham Intelligence machte bereits im September 2025 darauf aufmerksam, dass sich noch weitere Bitcoin aus dem movie2k-Umfeld in aktiven Wallets befinden – On-Chain nachverfolgbar, also öffentlich einsehbar auf der Bitcoin-Blockchain. Die Staatsanwaltschaft brachte diese Bitcoin daraufhin offiziell in die Anklage ein.

Das ist eine der besonderen Eigenschaften von Bitcoin: Alle Transaktionen sind öffentlich und dauerhaft nachvollziehbar – auch Jahre später noch.

Was das mit Bitcoin zu tun hat

Diese Geschichte ist aus mehrerer Hinsicht bemerkenswert – und lehrreich. Erstens zeigt sie, dass Bitcoin nicht „anonym" ist, wie oft behauptet wird. Die Blockchain ist öffentlich. Wer weiß, wo er suchen muss, kann Milliarden zurückverfolgen – auch nach mehr als zehn Jahren. Zweitens zeigt der Verkauf von 2024, was passiert, wenn Menschen oder Institutionen Bitcoin halten, ohne seine Eigenschaften zu verstehen. Sachsen handelte nach Vorschrift – und ließ dabei Milliarden liegen. Und drittens: Ein Mann hat Anfang der 2010er-Jahre Geld in Bitcoin investiert – illegales Geld, das sei klar gesagt – und sitzt heute auf einem Vermögen, das ein ganzes Bundesland beschäftigt. Das ist kein Argument dafür, Bitcoin zu kaufen. Aber es ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, was langfristiges Halten bedeuten kann. --- Den ganzen Hintergrund zum Bitcoin-Verkauf von Sachsen 2024 – inklusive interaktivem Verlust-Rechner – findest du hier: Was Sachsen mit 50.000 Bitcoin gemacht hat →

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Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einem Video-Call mit dem US-Kongress teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl fälschlicherweise für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time".
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