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![Das Bitcoin-Netzwerk verstehen]()
Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstagabend, dem 8. August, erreichte Bitcoin Block 961.632. Damit begann das erzwungene Signalisieren für BIP-110.
- Nur 51 der vorangegangenen 2.016 Blöcke haben signalisiert, also 2,53 Prozent. Für eine reguläre Aktivierung wären 55 Prozent nötig gewesen.
- Eine eigene BIP-110-Kette entstand tatsächlich. Sie fiel aber sofort hinter die Hauptkette zurück.
- Für dich ändert sich nichts. Deine Bitcoin liegen weiterhin auf der Kette mit nahezu der gesamten Rechenleistung.
Wochenlang war von Spaltung die Rede, von Bürgerkrieg, von der größten Zerreißprobe seit 2017. Am Samstagabend war es dann so weit. Und dann geschah: fast nichts. Warum genau das die eigentlich interessante Nachricht ist, liest du hier.
Was am Samstagabend geschah
Um 19:35 Uhr UTC erreichte das Bitcoin-Netzwerk Block 961.632. Ab diesem Moment lehnen alle Knoten, die BIP-110 durchsetzen, jeden Block ab, der nicht ausdrücklich für den Vorschlag signalisiert. Die Zahlen dazu waren eindeutig. In den 2.016 Blöcken davor hatten gerade einmal 51 signalisiert. Das sind 2,53 Prozent. Für eine reguläre Aktivierung hätten es 55 Prozent sein müssen. Damit war klar, was passieren würde. Die BIP-110-Knoten trennten sich vom Rest des Netzwerks ab. Eine eigene Kette entstand. Sie fiel jedoch praktisch sofort hinter die Hauptkette zurück, auf der die übrigen 97 Prozent der Rechenleistung weiterarbeiten.Warum die Minderheitskette sofort zurückfiel
Das ist keine Meinung, sondern Mathematik. Die Mining-Schwierigkeit ist auf die gesamte Rechenleistung des Netzwerks geeicht. Bleiben davon nur 2,5 Prozent übrig, wird die Aufgabe kein bisschen leichter. Ein Block dauert auf einer solchen Kette im Schnitt rund sechs Stunden statt zehn Minuten. Und die automatische Korrektur greift erst nach 2.016 Blöcken. Gezählt wird dabei in Blöcken statt in Tagen, weshalb bis zur ersten Anpassung über ein Jahr vergehen würde.Warum das eine gute Nachricht ist
Es wäre verlockend, das Ganze als Sturm im Wasserglas abzutun. Das wäre aber die falsche Lehre. Denn hier ist etwas Bemerkenswertes passiert: Eine Gruppe wollte eine Regeländerung durchsetzen, ohne die breite Zustimmung dafür zu haben. Das Netzwerk hat das schlicht nicht mitgemacht. Keine Behörde hat eingegriffen, kein Vorstand hat entschieden. Miner und Knotenbetreiber haben unabhängig voneinander abgewogen. Die Mehrheit ist bei den bestehenden Regeln geblieben. Genau das ist gemeint, wenn von Dezentralität die Rede ist. Bitcoin ändert sich nur, wenn nahezu alle mitziehen. Diese Trägheit wirkt im Alltag manchmal lästig. Sie ist aber der Grund, warum niemand einfach so die Regeln verbiegen kann, weder eine Handvoll Entwickler noch ein Staat.Wie es jetzt weitergeht
Auf der Hauptkette passiert schlicht nichts. Wer Bitcoin nutzt, verwahrt oder überweist, merkt von alldem nichts. Auf der abgespaltenen BIP-110-Kette läuft der Fahrplan dagegen mechanisch weiter. Weil dort nur noch signalisierende Blöcke akzeptiert werden, gilt die Zustimmung dort automatisch als erreicht. Vorgesehen sind ein Lock-in bei Block 963.648 und die Aktivierung der eigentlichen Datenregeln bei Block 965.664. Bei den aktuellen Blockzeiten dürfte sich das allerdings weit über die ursprünglich genannten Termine hinausziehen. Realistisch betrachtet ist eine Kette ohne nennenswerte Rechenleistung, ohne Handelsplätze und ohne Nutzer vor allem eines: ein technisches Experiment. ⚡ Worauf du in den nächsten Wochen achten solltest:
1. Sei skeptisch bei „kostenlosen Coins". Rund um Forks haben Betrüger Hochkonjunktur. Niemand muss dir etwas schenken, damit du an deine Bitcoin kommst.
2. Gib deine Wörter niemals ein. Keine Seite, keine App und kein Support fragt dich jemals nach deiner Wiederherstellungsphrase. Wer fragt, will dich bestehlen.
3. Prüfe Nachrichten an der Quelle. Anfang August kursierte die Meldung, die Aktivierung sei abgesagt worden. Sie stammte von einer Person ohne jede Rolle im Projekt und war schlicht falsch.
1. Sei skeptisch bei „kostenlosen Coins". Rund um Forks haben Betrüger Hochkonjunktur. Niemand muss dir etwas schenken, damit du an deine Bitcoin kommst.
2. Gib deine Wörter niemals ein. Keine Seite, keine App und kein Support fragt dich jemals nach deiner Wiederherstellungsphrase. Wer fragt, will dich bestehlen.
3. Prüfe Nachrichten an der Quelle. Anfang August kursierte die Meldung, die Aktivierung sei abgesagt worden. Sie stammte von einer Person ohne jede Rolle im Projekt und war schlicht falsch.
Fazit
Die spannendste Erkenntnis dieses Wochenendes ist unspektakulär: Bitcoin hat funktioniert wie vorgesehen. Ein umstrittener Vorschlag ohne breite Zustimmung hat sich nicht durchgesetzt. Niemand musste ihn dafür verbieten. Für dich als Nutzer bleibt alles beim Alten. Und wer seine Bitcoin selbst verwahrt, war von der ganzen Aufregung ohnehin am wenigsten betroffen. 🔍 Übrigens
Genau solche Wochen zeigen, warum Selbstverwahrung mehr ist als ein Schlagwort. Wer seine Schlüssel selbst hält, muss bei keiner Börse um Erlaubnis fragen und ist von Pausen bei Ein- und Auszahlungen gar nicht erst betroffen. In unserem Kurs „Meine ersten Bitcoin" zeigen wir Schritt für Schritt, wie das geht.
Genau solche Wochen zeigen, warum Selbstverwahrung mehr ist als ein Schlagwort. Wer seine Schlüssel selbst hält, muss bei keiner Börse um Erlaubnis fragen und ist von Pausen bei Ein- und Auszahlungen gar nicht erst betroffen. In unserem Kurs „Meine ersten Bitcoin" zeigen wir Schritt für Schritt, wie das geht.
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