Bitcoin gemeinsam sichern: MultiSig für Familien

Multisig bedeutet, dass für eine Ausgabe nicht mehr ein einziger Schlüssel genügt, sondern mehrere zusammenkommen müssen. Ein verbreitetes Muster ist „zwei aus drei“: Es gibt drei Schlüssel, und für jede Überweisung müssen mindestens zwei davon zustimmen. Der große Vorteil liegt auf der Hand. Geht ein einzelnes Gerät verloren oder wird gestohlen, ist noch nichts passiert, denn ein einzelner Schlüssel reicht nicht aus. Für Jans Familie klingt das nach der Lösung: drei Geräte, verteilt auf verschiedene Menschen und Orte, und niemand kann allein Unheil anrichten.

Diese klassische Form von Multisig ist seit über einem Jahrzehnt in Gebrauch und hat sich in der Praxis vielfach bewährt. Sie hat allerdings drei Eigenheiten, an denen sie im Alltag oft scheitert, gerade bei Menschen ohne technischen Hintergrund.

Die erste Bremse ist eine unscheinbare Datei, der sogenannte Descriptor. Man kann ihn sich wie die Bauanleitung der gemeinsamen Kasse vorstellen. Er beschreibt, welche Schlüssel zusammengehören und wie sie verknüpft sind. Das Tückische: Ohne diese Anleitung sind die Coins verloren, selbst wenn man alle Geräte besitzt. Geht der Descriptor im Nachlass verloren oder findet ihn niemand, nützen die schönsten Hardware-Wallets nichts.

Die zweite Bremse ist die Sichtbarkeit, und mit ihr die Kosten. Klassische Multisig-Überweisungen sind auf der öffentlichen Blockchain, dem für alle einsehbaren Kassenbuch von Bitcoin, als solche zu erkennen. Das verrät mehr über die eigene Absicherung, als einem lieb sein kann, und es macht jede Überweisung teurer als eine gewöhnliche.

Die dritte Bremse ist die Starrheit. Möchte man ein Gerät austauschen, etwa weil es defekt ist oder abhandenkam, genügt es nicht, einfach ein neues hinzuzufügen. Man muss die gesamte gemeinsame Kasse neu aufsetzen und alle Coins auf eine neue Adresse umziehen, was wiederum eine Überweisung mit Gebühren bedeutet.

Man merkt: Nicht die Grundidee von Multisig ist das Problem. Die Idee ist hervorragend. Das Problem ist die Umständlichkeit ihrer klassischen Umsetzung. Und genau hier setzt eine neuere Technik an, die dieselbe Idee deutlich alltagstauglicher macht.

Block
Moscow Time i
1 € in Sats
Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einer Anhörung des US-Kongresses teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time“.
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