Diese Frage kommt in erfahrenen Bitcoin-Kreisen zuverlässig, deshalb sei sie hier offen beantwortet. Airgap bedeutet, dass ein Signiergerät nie per Kabel mit einem Computer verbunden wird, sondern ausschließlich über QR-Codes oder Speicherkarten kommuniziert. Viele gelten das als Königsdisziplin der Sicherheit. Frostsnap verzichtet bewusst darauf und verbindet die Geräte per USB-Kabel.
Die Begründung des Herstellers ist bemerkenswert und lohnt das Nachdenken. Erstens: Airgap soll verhindern, dass ein bösartiges Gerät Geheimnisse nach draußen schmuggelt. Genau das ist aber nachweislich auch über QR-Codes möglich, ein dokumentierter Angriff namens DarkSkippy hat das gezeigt. Zweitens: Kameras, Speicherkarten und ihre Treiber sind zusätzliche, teils nicht einsehbare Bauteile, die die Angriffsfläche eher vergrößern als verkleinern. Drittens: Die kryptografischen Schutzmaßnahmen, die Frostsnap einsetzt, brauchen mehrere schnelle Frage-Antwort-Runden zwischen den Beteiligten, und die sind über abfotografierte QR-Codes praktisch nicht durchführbar.
Der Hersteller wählt also einen anderen Weg: eine einfache Kabelverbindung, deren Software in einer Programmiersprache geschrieben ist, die ganze Klassen typischer Fehler ausschließt, und darüber gelegt eine Kryptografie, die es unnötig macht, dem Gegenüber zu vertrauen. Ob man diese Abwägung teilt, ist eine berechtigte Diskussion. Wichtig ist, dass es eine bewusste Entscheidung mit ausformulierter Begründung ist und kein Versäumnis.