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Das Wichtigste in Kürze
- Bitcoin ist erbschaftssteuerpflichtig wie jedes andere Vermögen. Aber: Es gibt großzügige Freibeträge – 500.000 Euro für Ehepartner, 400.000 Euro pro Kind.
- Der steuerliche Wert wird zum Kurs am Todestag bemessen. Wer eine teure Anlage erbt und kurz darauf der Markt einbricht, hat ein Problem.
- Ohne Zugang zur Wallet sind Bitcoin praktisch wertlos – aber steuerlich existieren sie weiter. Eine gute Nachlassplanung ist daher essenziell.
Wer Bitcoin geerbt hat oder einmal vererben wird, sollte die Grundlagen der Erbschaftssteuer kennen. Das System ist nicht kompliziert – aber es hat Fallstricke, die teuer werden können.
Wann fällt Erbschaftssteuer an?
In Deutschland wird Erbschaftssteuer fällig, sobald der Wert des Erbes den persönlichen Freibetrag übersteigt. Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt nichts. Wer drüber liegt, zahlt nur auf den darüberhinausgehenden Betrag – nicht auf alles. Die Freibeträge unterscheiden sich nach Verwandtschaftsgrad: Persönliche Freibeträge bei Erbschaft
Ehepartner / eingetragene Lebenspartner: 500.000 €
Kinder, Stiefkinder, Adoptivkinder: 400.000 € pro Kind
Enkel (wenn Eltern verstorben sind): 400.000 €
Andere Enkel: 200.000 €
Eltern, Großeltern (bei Erbschaft): 100.000 €
Geschwister, Nichten, Neffen: 20.000 €
Andere Personen: 20.000 €
Hinzu kommt für Ehepartner ein zusätzlicher Versorgungsfreibetrag von bis zu 256.000 €.
Ehepartner / eingetragene Lebenspartner: 500.000 €
Kinder, Stiefkinder, Adoptivkinder: 400.000 € pro Kind
Enkel (wenn Eltern verstorben sind): 400.000 €
Andere Enkel: 200.000 €
Eltern, Großeltern (bei Erbschaft): 100.000 €
Geschwister, Nichten, Neffen: 20.000 €
Andere Personen: 20.000 €
Hinzu kommt für Ehepartner ein zusätzlicher Versorgungsfreibetrag von bis zu 256.000 €.
Wie viel Steuer fällt an?
Liegt der Erbteil über dem Freibetrag, gelten gestaffelte Steuersätze. Die wichtigste Klasse ist „Steuerklasse I" – Ehepartner, Kinder, Enkel. Hier liegen die Sätze zwischen 7 und 30 Prozent, je nach Höhe des Erbes. Praktisch heißt das: Ein Kind erbt 600.000 Euro in Bitcoin. Davon sind 400.000 Euro frei. Auf die übrigen 200.000 Euro fallen 11 Prozent Steuer an – also 22.000 Euro. Das Kind hat netto 578.000 Euro erhalten. Bei höheren Beträgen oder entfernteren Verwandten kann es deutlich mehr werden. Wer als nicht verwandter Erbe eine Million Euro in Bitcoin bekommt, zahlt 30 Prozent Erbschaftssteuer auf den Großteil – fast 300.000 Euro.Wie wird der Wert berechnet?
Hier liegt eine besondere Tücke bei Bitcoin. Der steuerliche Wert wird zum Kurs am Todestag bemessen – nicht zum Anschaffungskurs, nicht zum aktuellen Kurs. Ein Rechenbeispiel
Mutter stirbt am 15. März. Bitcoin steht an diesem Tag bei 80.000 €. Sie hat 10 BTC hinterlassen. Steuerlicher Wert: 800.000 €.
Tochter erbt allein. Freibetrag: 400.000 €. Steuerpflichtiger Anteil: 400.000 €.
Bitcoin-Kurs fällt bis zur Abwicklung der Erbschaft auf 50.000 €. Aktueller Marktwert der 10 BTC: 500.000 €.
Trotzdem zahlt die Tochter Steuer auf den Wert vom Todestag. Etwa 15 % auf 400.000 € = 60.000 €. Bei einem aktuellen Marktwert von 500.000 € bleiben netto noch 440.000 €.
Genau hier kann das Risiko von Volatilität zur teuren Falle werden. Wer Bitcoin direkt vor einem starken Crash erbt, kann am Ende mehr Steuer zahlen, als das Erbe noch wert ist – oder muss Teile verkaufen, um die Steuer zu begleichen.
Mutter stirbt am 15. März. Bitcoin steht an diesem Tag bei 80.000 €. Sie hat 10 BTC hinterlassen. Steuerlicher Wert: 800.000 €.
Tochter erbt allein. Freibetrag: 400.000 €. Steuerpflichtiger Anteil: 400.000 €.
Bitcoin-Kurs fällt bis zur Abwicklung der Erbschaft auf 50.000 €. Aktueller Marktwert der 10 BTC: 500.000 €.
Trotzdem zahlt die Tochter Steuer auf den Wert vom Todestag. Etwa 15 % auf 400.000 € = 60.000 €. Bei einem aktuellen Marktwert von 500.000 € bleiben netto noch 440.000 €.
Wer den Tod meldet – und wer den Wert nachweist
Der Erbe ist verpflichtet, das Erbe innerhalb von drei Monaten beim zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Bei Bitcoin gehört dazu der Nachweis der Bestände und ihrer Bewertung am Todestag. Das geht so: Screenshot der Wallet oder Börse mit den Beständen, Marktwert-Nachweis vom Todestag (zum Beispiel über mempool.space oder einen seriösen Anbieter). Wer den Kurs nicht eindeutig nachweisen kann, riskiert eine Schätzung durch das Finanzamt – oft zum Nachteil des Erben. 🔍 Das Bitcoin-spezifische Risiko
Ohne Zugang zur Wallet – also ohne Seed Phrase – sind Bitcoin praktisch nicht abrufbar. Steuerlich aber existieren sie weiter. Wenn die Erbschaft 1 Million Euro in Bitcoin enthält und niemand Zugang hat, fällt trotzdem Erbschaftssteuer an. Der Erbe kann sie zwar als verloren melden – muss das aber glaubhaft belegen können.
Eine sorgfältige Nachlassplanung ist daher nicht nur eine Frage der Familienliebe, sondern auch eine Frage des Steuerschadens.
Ohne Zugang zur Wallet – also ohne Seed Phrase – sind Bitcoin praktisch nicht abrufbar. Steuerlich aber existieren sie weiter. Wenn die Erbschaft 1 Million Euro in Bitcoin enthält und niemand Zugang hat, fällt trotzdem Erbschaftssteuer an. Der Erbe kann sie zwar als verloren melden – muss das aber glaubhaft belegen können.
Eine sorgfältige Nachlassplanung ist daher nicht nur eine Frage der Familienliebe, sondern auch eine Frage des Steuerschadens.
Was Erben tun sollten
1. Zugang sichern. Bevor du dich um Steuern kümmerst, brauchst du Zugang zur Wallet. Suche systematisch nach Hardware-Wallets, Seed Phrases (oft auf Papier oder Metallplatten in Tresor, Schließfach oder Versteck), Anweisungen oder Hinweisen. 2. Dokumentation des Todestag-Werts. Notiere und sichere den Bitcoin-Kurs am Todestag aus mehreren Quellen. Bei Bedarf kann ein Steuerberater hier helfen. 3. Drei-Monats-Frist im Blick haben. Erbschaft beim Finanzamt anzeigen. Eine Verspätung kann zusätzliche Probleme bringen. 4. Bei Unsicherheit: Steuerberater hinzuziehen. Idealerweise einen mit Krypto-Erfahrung. Diese sind selten, aber inzwischen verfügbar. ⚡ Was Bitcoiner zu Lebzeiten tun können
Wer Bitcoin hält und die eigene Familie nicht ruinieren möchte, sollte zwei Dinge regeln:
1. Eine Nachlassanweisung schreiben (wie der Zugang zur Wallet funktioniert).
2. Überlegen, ob Schenkungen zu Lebzeiten besser passen – der Schenkungs-Freibetrag von 400.000 € pro Elternteil und Kind lässt sich alle 10 Jahre nutzen.
Wer Bitcoin hält und die eigene Familie nicht ruinieren möchte, sollte zwei Dinge regeln:
1. Eine Nachlassanweisung schreiben (wie der Zugang zur Wallet funktioniert).
2. Überlegen, ob Schenkungen zu Lebzeiten besser passen – der Schenkungs-Freibetrag von 400.000 € pro Elternteil und Kind lässt sich alle 10 Jahre nutzen.
Fazit: Vorbereitung schützt die Familie
Erbschaftssteuer auf Bitcoin ist nicht anders als auf andere Vermögen – aber sie hat Bitcoin-typische Tücken. Die Bewertung zum Todestag, die Volatilität, der Zugang zu den Wallets: All das macht eine durchdachte Nachlassplanung wichtiger als bei klassischem Vermögen. Wer das Thema nicht für sich klärt, hinterlässt seinen Angehörigen ein Problem, das sich vermeiden ließ. Eine Stunde Nachdenken heute kann der Familie hunderttausende Euro sparen.Das könnte dich auch interessieren
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