Ein guter Kurs verkauft nichts, sondern ordnet ein. FROST-Geräte wie Frostsnap sind kein Ersatz für ein klassisches Einzelgerät, sondern eine Antwort auf eine andere Frage. Die folgende Gegenüberstellung fasst die Unterschiede zusammen, danach schauen wir ehrlich auf die Schwächen.
| Kriterium | Klassisches Einzelgerät (z. B. BitBox) | Frostsnap (FROST) |
|---|---|---|
| Grundmodell | Ein Schlüssel auf einem Gerät | Mehrere Geräte, die zusammenwirken müssen |
| Sicherheit beruht auf | einem geschützten Gerät plus PIN | der Verteilung auf mehrere Orte |
| Sichtbarkeit auf der Blockchain | normal | wie eine gewöhnliche Überweisung |
| Gerät austauschen | neue Kasse plus Umzug der Coins | ohne Umzug der Coins vorgesehen |
| Sicherungskopie | Backup-Wörter nach verbreitetem Standard | eigenes Backup-Format je Gerät, kein Descriptor |
| Mit anderen Wallets nutzbar | ja, weit verbreiteter Standard | derzeit nein |
| Spezieller Sicherheitschip im Gerät | vorhanden | nicht vorhanden, Anteile stattdessen verschlüsselt |
| Airgap | je nach Modell möglich | bewusst nicht vorgesehen |
| App für iPhone/iPad | vorhanden | derzeit nicht vorhanden |
| Einstieg | ein Gerät genügt, ab etwa 150 Euro | mindestens drei Geräte, rund 345 Euro plus Einfuhr |
| Reife | seit über einem Jahrzehnt erprobt | jung, noch an die eigene App gebunden |
Nun zu den Schwächen, die man kennen sollte, bevor man umzieht.
Die Technik ist jung. Klassisches Multisig wird seit vielen Jahren eingesetzt und ist entsprechend gründlich erprobt. FROST-Geräte sind vergleichsweise neu. Wer maximale Bewährtheit über alles stellt, wartet vielleicht noch.
Man ist derzeit an die App des Herstellers gebunden, weil die Technik noch nicht in anderer Wallet-Software verbreitet ist. Der offene Quellcode mildert das, weil sich die Software von unabhängiger Seite prüfen und weiterentwickeln lässt, aber im Alltag bleibt man vorerst bei der einen App. Diese App gibt es für Android-Telefone sowie für Windows, Mac und Linux, mit Stand Juli 2026 jedoch nicht für iPhone oder iPad. Gerade im deutschsprachigen Raum mit seinem hohen iPhone-Anteil ist das eine echte Hürde, die man vor dem Kauf bedenken sollte.
Dieselbe Bindung gilt für die Sicherungskopien. Die Backup-Wörter folgen einem eigenen Format mit zusätzlichen Prüfmechanismen und lassen sich nicht einfach in eine beliebige andere Wallet eingeben. Wiederherstellen kann man sie derzeit nur auf Frostsnap-Geräten. Wer beim Thema Vererbung besonders langfristig denkt, sollte diesen Punkt bewusst mitentscheiden.
Ein weiterer Punkt betrifft die Aufbewahrung. Da bewusst auf einen besonders geschützten Spezialchip verzichtet wird, gilt eine eiserne Regel: Ein Gerät und seine zugehörige Sicherungskopie dürfen niemals am selben Ort liegen. Wer beides zusammen aufbewahrt, macht diesen einen Anteil angreifbar. Das Verteilungsprinzip verzeiht einen einzelnen solchen Fehler zwar, aber die nötige Sorgfalt bei der Lagerung muss man verstehen und einhalten.