Bitcoin selbst hat kein Gegenparteirisiko, da es ein dezentrales, peer-to-peer basiertes Zahlungssystem ist, das ohne Vermittler oder zentrale Instanz funktioniert. Jetzt fragst du dich: „Warum gibt es dann dieses Kapitel?“
Lass mich erklären…
Definition & Hintergrundwissen
Die Bitcoin-Blockchain und ihr Konsensmechanismus ermöglichen es, Transaktionen direkt zwischen Parteien abzuwickeln, ohne dass eine Zwischenpartei das Risiko birgt, ihren Verpflichtungen nicht nachzukommen, d.h. Bitcoin für sich hat kein Gegenparteirisiko. Damit unterscheidet sich Bitcoin grundlegend von Finanzanlagen wie Aktien, Immobilien oder Finanzprodukten, die auf Dritte angewiesen sind und somit Gegenparteirisiken tragen können.
Gegenparteirisiko besteht im traditionellen Sinne bei Finanztransaktionen, wenn eine beteiligte Partei ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, was insbesondere bei Börsen, Broker oder Kreditplattformen vorkommt. Beispielsweise dann, wenn du bei Finanzgeschäften auf Dritte angewiesen bist, die deine Vermögenswerte verwahren oder für dich handeln.
Und genau da liegt der Hase begraben: Um Bitcoin zu kaufen, musst du einem Dienstleister vertrauen (mit einer Ausnahme, auf die wir noch zu sprechen kommen). Für den Kauf und die eventuelle Verwahrung (bis zum Zeitpunkt der Transferierung auf eine Hardware Wallet), muss einem Dienstleister vertraut werden. Erst wenn das Guthaben auf der eigenen Wallet eingegangen ist, gibt es kein Gegenparteirisiko mehr. Die einzige Ausnahme ist der direkte Kauf und Verkauf (peer-to-peer) gegen Bargeld.
Wenn du Bitcoin kaufen möchtest, stößt du meist auf zwei Arten von Plattformen:
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KYC-Plattformen (Know Your Customer):
Hier musst du dich mit Ausweis oder ähnlichen Dokumenten verifizieren. Der Vorteil: einfache und schnelle Abwicklung, Einzahlungen in Euro und direkter Kauf. Der Nachteil: deine Daten werden gespeichert, was deine Privatsphäre reduziert und dich in gewisser Weise abhängig von der Plattform macht. -
Non-KYC-Plattformen:
Auf diesen Marktplätzen oder Peer-to-Peer-Seiten bleibt deine Identität weitgehend anonym, du gibst kaum persönliche Daten preis. Allerdings sind Käufe oft umständlicher, die Bedienung komplexer und die Gebühren höher.
Zwischen beiden Varianten musst du abwägen: mehr Bequemlichkeit gegen weniger Privatsphäre – oder umgekehrt.
Ein zentraler Grundsatz lautet: „Not your keys, not your coins.“
Solange deine Bitcoin auf einer Börse liegen, besitzt du sie technisch gesehen nicht selbst. Nur wer seine privaten Schlüssel kontrolliert, hat volle Verfügung über seine Coins.