Länder horten Bitcoin: USA, El Salvador, Bhutan im Vergleich

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Das Wichtigste in Kürze
  • Staaten halten heute über eine halbe Million Bitcoin – das sind rund 2,4 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin.
  • Drei Länder verfolgen drei sehr unterschiedliche Strategien: Die USA halten beschlagnahmte Bitcoin als Reserve, El Salvador kauft regelmäßig zu, Bhutan mined mit Wasserkraft.
  • Andere Länder beobachten genau. Tschechien, Polen, Brasilien und Japan diskutieren ähnliche Schritte. Deutschland hingegen hat 2024 fast alle seine Bitcoin verkauft.
Vor wenigen Jahren noch undenkbar: Heute halten Staaten Bitcoin in ihren Tresoren. Manche gewollt, manche aus Beschlagnahmungen heraus. Was diese drei Vorreiter unterscheidet und was Deutschland daraus lernen könnte.

Wer hält wie viel?

Staatliche Bitcoin-Bestände sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Die größten Halter sind heute die USA mit deutlich über 200.000 Bitcoin, gefolgt von China und Großbritannien. El Salvador hält rund 7.500 Bitcoin, Bhutan etwa 5.600 bis 13.000 – die Zahlen schwanken je nach Quelle. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen „passiv" und „aktiv". Die meisten staatlichen Bitcoin sind passiv entstanden – durch Beschlagnahmungen bei Strafverfolgung. Nur wenige Länder kaufen oder schürfen aktiv.

USA: Vom Verkäufer zum Halter

Lange Zeit haben die USA ihre beschlagnahmten Bitcoin verkauft – wie viele andere Länder auch. Das hat sich am 6. März 2025 geändert. Präsident Trump unterzeichnete eine Executive Order zur „Strategic Bitcoin Reserve". Seitdem werden beschlagnahmte Bitcoin nicht mehr verkauft, sondern langfristig gehalten.
🇺🇸 USA – die Reserve aus Konfiszierung

Strategie: Beschlagnahmte Bitcoin werden nicht verkauft, sondern als Reserve gehalten. Keine aktiven Käufe – das war von Trump explizit ausgeschlossen.

Bestand: Über 200.000 Bitcoin, je nach Quelle bis zu 328.000 BTC

Herkunft: Vor allem aus Silk Road, Bitfinex-Hack und weiteren Strafverfahren.

El Salvador: Aktiv kaufen, kein Pardon

El Salvador ist das erste Land, das Bitcoin im Jahr 2021 zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt hat. Präsident Nayib Bukele kauft seitdem regelmäßig Bitcoin nach – meist ein Bitcoin pro Tag. Das ist Dollar-Cost-Averaging auf staatlicher Ebene. Im Gegenzug für einen Kredit über 1,4 Milliarden Dollar musste El Salvador 2025 dem Internationalen Währungsfonds zusagen, Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel zumindest faktisch zurückzunehmen. Die Käufe gehen aber weiter – nur eben nicht mehr als offizielle Politik.
🇸🇻 El Salvador – aktiv kaufen, jeden Tag

Strategie: Regelmäßige Käufe – meist ein Bitcoin pro Tag, ähnlich einem Sparplan.

Bestand: Rund 7.500 Bitcoin

Hintergrund: Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel 2021 eingeführt, 2025 unter IWF-Druck eingeschränkt – aber die Käufe gehen weiter.

Bhutan: Bitcoin aus Wasserkraft

Der dritte Weg ist der interessanteste: Bhutan, ein Königreich im Himalaja mit weniger Einwohnern als München, baut keine Bitcoin durch Käufe auf – sondern durch Mining. Das Land hat reichhaltige Wasserkraft, mit der überschüssige Energie in Bitcoin umgewandelt wird. Über die Jahre hat Bhutan so geschätzt zwischen 5.600 und 13.000 Bitcoin generiert. Ein Teil wurde verkauft – manche zur Finanzierung des Staatshaushalts, manche als Sicherheit für Kredite. Trotz Verkäufen bleibt Bhutans Bitcoin-Bestand pro Kopf der größte der Welt.
🇧🇹 Bhutan – Mining mit Wasserkraft

Strategie: Mining mit überschüssiger Wasserkraft. Bitcoin als Nebenprodukt einer Energie-Strategie.

Bestand: Zwischen 5.600 und 13.000 Bitcoin (Schätzungen schwanken)

Besonderheit: Bhutan ist das Land mit den meisten Bitcoin pro Kopf weltweit – und nutzt sie aktiv als finanzielles Werkzeug.

Und Deutschland?

Deutschland ist ein lehrreicher Gegenpol. Die Bundesrepublik hatte 2024 fast 50.000 beschlagnahmte Bitcoin aus dem Movie2k-Verfahren. Statt sie zu halten, wurden sie verkauft – zu einem Durchschnittspreis, der heute deutlich unter dem Marktwert liegt. Der Verlust wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt. Aktuell hält Deutschland auf Bundesebene null Bitcoin. Eine politische Diskussion über strategische Reserven gibt es bisher nicht.
🔍 Wer noch über Bitcoin-Reserven nachdenkt

Tschechien: Die Nationalbank prüft, bis zu 5 Prozent ihrer 140 Milliarden Euro Reserven in Bitcoin zu halten. Diskutiert wird das Thema außerdem in Brasilien, Hongkong, Japan, Polen und Slowenien. Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen wie Bhutan auf eigenes Mining – ohne große Ankündigungen, aber mit wachsenden Beständen.

Was bedeutet das für dich?

Wenn Staaten Bitcoin halten und ihn nicht mehr regelmäßig verkaufen, sinkt das Angebot auf dem freien Markt. Bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage führt das tendenziell zu höheren Kursen. Das ist keine Garantie, aber ein Trend, der Bitcoin-Sparer mittelfristig wahrscheinlich freut. Wichtig: Nationen handeln nach geopolitischen, nicht nach privaten Interessen. Wer wegen staatlicher Bitcoin-Käufe in Bitcoin investiert, sollte sich klarmachen, dass Staaten auch verkaufen können – wie El Salvador unter IWF-Druck oder Bhutan zur Haushaltsfinanzierung gezeigt haben.
⚡ Was eine Reserve nicht ist

Auch wenn ein Staat Bitcoin in seinen Bilanzen führt, gehört dir davon nichts. Anders als bei Gold gibt es bei Bitcoin keine Versuche, ihn an eine Währung zu binden. Ein staatlicher Bitcoin-Bestand ist deshalb für dich als Anleger interessant – aber kein Ersatz für deine eigene Selbstverwahrung.

Fazit: Bitcoin wird zur staatlichen Reserve

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Staaten Bitcoin nicht ignorieren können. Ob als Reserve, als aktive Anlage oder als Nebenprodukt von Mining: Bitcoin findet seinen Weg in die Bilanzen von Nationen. Ein Trend, der noch am Anfang steht – und der einer der wichtigsten der nächsten Jahre sein könnte.

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Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einem Video-Call mit dem US-Kongress teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl fälschlicherweise für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time".
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