BTC Prague 2026: Was Europas größte Bitcoin-Konferenz diesmal bewegt hat

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Das Wichtigste in Kürze
  • Vom 11. bis 13. Juni fand in Prag die vierte Ausgabe der BTC Prague statt: rund 8.500 Besucher, über 250 Speaker, Europas größte Bitcoin-Expo.
  • Der meistdiskutierte Moment: Michael Saylor erklärte auf der Bühne, warum Strategy erstmals seit 2022 Bitcoin verkauft hat – und wie sein „Never sell" gemeint war.
  • Für uns in der DACH-Region besonders relevant: Die europäischen Themen MiCA, DAC8 und Selbstverwahrung standen prominent auf dem Programm.
Einmal im Jahr wird Prag zur europäischen Bitcoin-Hauptstadt. Vergangene Woche war es wieder so weit. Was die BTC Prague 2026 gezeigt hat, warum ein einziger Bühnenauftritt die Schlagzeilen dominierte und was du als Anleger daraus mitnehmen kannst.

Europas größtes Bitcoin-Treffen

Die BTC Prague ist seit Jahren die wichtigste Bitcoin-Konferenz Europas, und die vierte Ausgabe hat diesen Anspruch bestätigt. Rund 8.500 Besucher kamen in die PVA Expo, dazu über 250 Speaker auf vier Bühnen und mehr als 90 Unternehmen auf der Expo-Fläche. Unter den Rednern waren Schwergewichte wie Michael Saylor, Jack Mallers, Jack Dorsey und Adam Back, aber auch deutschsprachige Stimmen wie Roman Reher vom Blocktrainer. Bemerkenswert: Die Konferenz bleibt konsequent Bitcoin-only. Keine Altcoin-Stände, keine Token-Verkäufe, kein Hype um das nächste große Ding. Stattdessen drei Tage Bildung, Praxis und Austausch. Neu in diesem Jahr war eine eigene Bühne für Lebensthemen rund um den „Bitcoin Standard", von finanzieller Souveränität bis Familie. Das zeigt, wohin sich die Community entwickelt: Bitcoin ist für viele längst mehr als ein Investment.

Der Moment der Konferenz: Saylor und die 32 Bitcoin

Für die größte Aufmerksamkeit sorgte Michael Saylor. Der Strategy-Gründer hat jahrelang den Satz geprägt: „Verkaufe niemals deine Bitcoin." Ausgerechnet sein Unternehmen hatte jedoch Ende Mai erstmals seit 2022 Bitcoin verkauft: 32 Stück für rund 2,5 Millionen US-Dollar. Die Aktie fiel nach Bekanntwerden um etwa 6 Prozent, und die Bitcoin-Welt diskutierte über einen vermeintlichen Widerspruch. In Prag stellte sich Saylor der Frage direkt auf der Bühne. Seine Erklärung: Der Rat „Never sell" habe sich immer an Privatanleger gerichtet. Ein börsennotiertes Unternehmen mit Zahlungsverpflichtungen habe andere Pflichten und müsse sich die Flexibilität erhalten, im Bedarfsfall zu verkaufen. Der Erlös diente Dividendenzahlungen auf Vorzugsaktien. An der langfristigen Bitcoin-Strategie des Unternehmens ändere sich nichts. Spannend wurde es, weil Jack Mallers, Chef der Bitcoin-App Strike und des Bitcoin-Unternehmens Twenty One, die Debatte mit Saylor direkt auf der Bühne austrug. Die beiden rangen darum, wie Anleger ein Unternehmen wie Strategy überhaupt bewerten sollten und ob dessen Kapitalmaßnahmen die Aktionäre verwässern. Der Schlagabtausch war nach Mallers' Worten nicht einmal geplant: Er hatte die Fragen zuvor in einem Panel aufgeworfen, das Gelände bereits verlassen und kehrte erst zurück, als ihn die Nachricht erreichte, dass Saylor von der Bühne darauf geantwortet hatte. Den größeren Rahmen lieferte der Markt selbst. Bitcoin notierte während der Konferenz unter 63.000 US-Dollar, deutlich unter dem Niveau, zu dem Strategy Ende Mai verkauft hatte. Für Mallers war dieser Kurs kein Grund zur Panik, sondern, wie er es ausdrückte, das einzige ehrliche Signal in einem Finanzsystem, dem die Liquidität ausgeht. Genau dieser Rückgang erklärt, warum eine eigentlich winzige Transaktion zu solch einer Grundsatzdebatte werden konnte.
🔍 Zur Einordnung

Strategy hält rund 845.000 Bitcoin. Die verkauften 32 Bitcoin entsprechen einem verschwindend kleinen Bruchteil davon. Finanziell ist der Verkauf bedeutungslos, symbolisch war er ein Erdbeben. Die Lehre für Privatanleger: Aussagen von Unternehmenslenkern sind keine Anlagestrategie. Ein Konzern mit Milliardenschulden und Dividendenpflichten folgt anderen Regeln als ein privater Sparer mit langem Atem.

Was Europa bewegt: MiCA, DAC8 und Selbstverwahrung

Abseits der Saylor-Schlagzeilen zeigte das Programm, welche Themen die europäische Bitcoin-Szene gerade beschäftigen. Ein vielbeachtetes Panel widmete sich MiCA, DAC8 und digitalen Zentralbankwährungen, also genau den Regulierungsthemen, die ab diesem Sommer auch für uns konkret werden. Dazu gab es praktische Workshops zu eigenen Nodes, Multisig für die Nachlassplanung und Selbstverwahrung. Der rote Faden durch viele Vorträge: Eigenverantwortung. Wer Bitcoin hält, sollte seine Schlüssel selbst kontrollieren, seine Privatsphäre kennen und sich von kurzfristigen Schlagzeilen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das deckt sich mit dem, was wir hier bei BitUcation seit jeher vermitteln.

Was du daraus mitnehmen kannst

Drei Gedanken, die von dieser Konferenz bleiben. Erstens: Die europäische Bitcoin-Community wächst und professionalisiert sich, von der Regulierungsdebatte bis zur Bildungsarbeit. Zweitens: Auch die größten Namen der Branche kochen nur mit Wasser; eigene Recherche und gesunde Skepsis bleiben unverzichtbar. Drittens: Konferenzen wie die BTC Prague zeigen, wie wertvoll der persönliche Austausch ist. Wer nicht nach Prag reisen mag, findet Gleichgesinnte auch hier in der Region, etwa über unsere BitUcator vor Ort.

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Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einem Video-Call mit dem US-Kongress teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl fälschlicherweise für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time".
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