Strategy, Strive, Tether: Unternehmen mit Bitcoin im Vergleich

Inhalte

⏱ Lesezeit: ca. 5 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
  • Über 1,15 Millionen Bitcoin liegen aktuell auf den Bilanzen börsennotierter Unternehmen. Das sind mehr als 5 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin.
  • Drei Akteure prägen die Szene: Strategy (Michael Saylor) mit über 843.000 BTC, Tether mit über 97.000 BTC und Strive mit rund 14.500 BTC.
  • Was sie alle eint: Sie verkaufen nicht. Bitcoin wird zur Reserve, nicht zur Spekulation. Das verändert den Markt fundamental.
Es ist eine der stillsten Revolutionen unserer Zeit: Unternehmen kaufen Bitcoin und legen ihn weg. Drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Strategien sein können – und was das für den Bitcoin-Kurs bedeutet.

Strategy: Vom Software-Konzern zum Bitcoin-Speicher

Strategy – früher MicroStrategy – ist der Pionier. Seit 2020 kauft das Unternehmen unter Leitung von Michael Saylor systematisch Bitcoin. Aus einem Software-Konzern wurde damit der größte börsennotierte Bitcoin-Halter der Welt. Im Mai 2026 hält Strategy über 843.000 Bitcoin – mehr als 4 Prozent der gesamten Bitcoin-Menge, die je existieren wird. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei rund 66.000 US-Dollar pro Bitcoin. Die Gesamtinvestition: über 50 Milliarden US-Dollar.
Strategy in Zahlen (Stand Mai 2026)

Bestand: über 843.000 Bitcoin
Durchschnittspreis: rund 66.000 US-Dollar pro Bitcoin
Investiertes Kapital: über 50 Milliarden US-Dollar
Strategie: Bitcoin Per Share (BPS) steigern – also pro Aktie immer mehr Bitcoin halten
Finanzierung: Aktienemissionen, Wandelanleihen, Vorzugsaktien (STRC, STRK, STRD)
Saylors Logik: Bitcoin ist die bessere Reserve als Bargeld. Bargeld verliert über Zeit an Wert (Inflation), Bitcoin tendenziell nicht. Wer das versteht, sollte so viel Bitcoin wie möglich halten – auch wenn man dafür Kredite aufnimmt. Diese Strategie ist umstritten. Befürworter sehen Saylor als Visionär. Kritiker werfen ihm vor, eine Schulden-Pyramide zu bauen, die kollabiert, wenn der Bitcoin-Kurs zu lange zu niedrig bleibt. Bisher ging die Wette auf.

Tether: Bitcoin als Gewinnreserve

Tether ist anders. Das Unternehmen hinter dem Stablecoin USDT – einer Kryptowährung, die an den US-Dollar gekoppelt ist – hält Bitcoin nicht als Geschäftsmodell, sondern als Anlage des eigenen Gewinns. Die Logik: Tether verdient mit Stablecoins jedes Quartal mehrere Milliarden Dollar. Seit 2023 legt das Unternehmen bis zu 15 Prozent dieser Gewinne in Bitcoin an. Das passiert ruhig, vorhersehbar – meist am Quartalsanfang.
Tether in Zahlen (Stand April 2026)

Bestand: über 97.000 Bitcoin (laut Blockchain-Daten)
Wert: rund 7,2 Milliarden US-Dollar
Durchschnittspreis: rund 51.000 US-Dollar
Strategie: 15 Prozent der Quartalsgewinne in Bitcoin

CEO Paolo Ardoino spricht intern sogar von 140.000 Bitcoin – die Differenz erklärt sich durch Verwahrer und nicht öffentlich zuordbare Wallets.
Wichtig: Tether nutzt Bitcoin nicht als Sicherheit für die ausgegebenen USDT. Der USDT wird durch US-Staatsanleihen und Bargeld gedeckt. Die Bitcoin sind „Überschussreserve" – Gewinnanlage, nicht Verbindlichkeitsdeckung.

Strive: Der Kleine mit großem Anspruch

Strive ist neu in der Liga. Das Unternehmen wurde unter anderem vom US-Politiker Vivek Ramaswamy mitgegründet und ist Asset Manager mit klarer Bitcoin-Ausrichtung. CEO Matt Cole baut die Bitcoin-Reserve seit 2025 systematisch auf. Ende April 2026 hält Strive rund 14.557 Bitcoin – wenig im Vergleich zu Strategy, aber spannend, weil das Unternehmen offen sagt: „Bitcoin ist unser Maßstab. Wenn wir nicht besser performen als Bitcoin selbst, machen wir etwas falsch."
Strive in Zahlen (Stand April 2026)

Bestand: rund 14.557 Bitcoin
Wert: über 1 Milliarde US-Dollar
Besonderheit: Hat im März 50 Millionen Dollar in Strategy-Vorzugsaktien (STRC) investiert – ein Bitcoin-Unternehmen kauft Anteile am anderen
Strategie: Bitcoin als Benchmark; Bildungsangebote für Firmen
🔍 Ein neues Phänomen: Bitcoin-Treasury-Unternehmen kaufen einander

Strive hat im März 2026 für 50 Millionen US-Dollar Vorzugsaktien von Strategy gekauft – damit hält ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen Anteile an einem anderen. Solche Beziehungen entstehen, weil die Branche überschaubar ist und die Akteure sich gegenseitig kennen. Was das langfristig bedeutet, ist offen: Stabilität durch Verflechtung – oder Klumpenrisiko, wenn einer ausfällt.

Was diese Entwicklung für dich bedeutet

Wenn Unternehmen Bitcoin kaufen und nicht verkaufen, sinkt das Angebot auf dem freien Markt. Bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage bedeutet das eine Tendenz zu höheren Preisen. Das ist die Logik hinter dem Trend. Aber Vorsicht: Unternehmenskäufe sind kein Garant. Strategy könnte unter Druck geraten, wenn der Bitcoin-Kurs lange stark fällt – was zu Zwangsverkäufen führen könnte. Tether und Strive sind weniger anfällig, weil sie Bitcoin aus Gewinnen kaufen und nicht aus Krediten.
⚡ Was du nicht tun solltest

Eine Strategy-Aktie zu kaufen ist nicht dasselbe wie Bitcoin zu kaufen. Wer indirekt über Aktien an Bitcoin partizipieren will, hat ein zusätzliches Risiko: Das Unternehmensrisiko. Verschuldung, Management-Fehler, Insolvenzen, Steuern – all das spielt bei Aktien mit.

Wer wirklich Bitcoin haben will, kauft Bitcoin direkt und überweist sie auf eine eigene Wallet. Alles andere ist eine Wette auf das Unternehmen, nicht auf Bitcoin.

Fazit: Bitcoin ist erwachsen geworden

Vor zehn Jahren hätte niemand für möglich gehalten, dass börsennotierte Unternehmen Milliarden in Bitcoin investieren. Heute ist es Realität – und der Trend beschleunigt sich. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Bitcoin ist kein Spekulationsobjekt mehr, sondern eine ernstzunehmende Reserve. Was Saylor 2020 als verrückt galt, ist 2026 fast Mainstream.

Das könnte dich auch interessieren

🌍

USA, El Salvador, Bhutan: Warum Länder Bitcoin horten

Zum Artikel ›
🇺🇸

Die USA halten offiziell Bitcoin: Was steckt dahinter?

Zum Artikel ›

🔔 Wir berichten, wenn neue Unternehmen ihre Bitcoin-Strategie offenlegen: Newsletter abonnieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

LinkedIn
Telegram
Facebook
WhatsApp
Email
X
Block
Moscow Time i
1 € in Sats
Der Begriff entstand durch ein Missverständnis: Im März 2021 nahm Twitter-CEO Jack Dorsey an einem Video-Call mit dem US-Kongress teil. Im Hintergrund stand eine Blockclock Mini, die damals 1952 anzeigte – also 1952 Satoshis pro US-Dollar. Der Cybersicherheitsforscher Chris Vickery hielt die Zahl fälschlicherweise für eine Uhrzeit und vermutete, Dorsey befinde sich in der Moskauer Zeitzone. Die Bitcoin-Community machte daraus ein Meme – und seitdem heißt der Satoshi-Preis in Dollar „Moscow Time".
Wird geladen…

Kontakt

Umrechner

🔄 Bitcoin, Satoshi & Euro Umrechner

Aktueller Kurs: pro Bitcoin


= 0 Satoshi
= 0



= 0 Bitcoin
= 0



= 0 Bitcoin
= 0 Satoshi